Schon etwas zu Hause in Sydney
Heute Nacht hatte es stark geregnet, und der Tag begann
grau, aber trocken und warm, nicht schlecht für einen weiteren großen
Spaziergang (in anderen Schuhen), zumal sich meine Fersen dank Gundis Pflege
schon gut erholt hatten. Wir hatten inzwischen einen Shop gefunden, der uns
zwei der aufladbaren Fahrkarten verkauft hat, und wir haben das raffinierte Bezahlsystem
der Verkehrsmittel verstanden und zu schätzen gelernt.
So ging es also nach unserem Frühstück wieder los, vier
Haltestellen bis zum Fährhafen. Dieses Mal wollten wir am westlichen Quai
entlang gehen, um die Landzunge mit der großen Oper zu erkunden. Zu unserer
Überraschung lag am westlichen Quai ein großes, hellblaues Kreuzfahrtschiff,
das den Blick beherrschte. Wir hatten noch nie ein solches Monster von nahem
gesehen, und stellten zugleich fest, dass unsere „Princess Crown“, mit der wir
nächste Woche in See stechen werden, noch um einiges größer sein wird.
Weiter ging es auf einer wieder sehr gepflegten und sauberen
Uferpromenade bis wir an der riesigen, mit großen Sandsteinplatten belegte
Freifläche ankamen, die das gewaltige Opernhaus umgibt. Ein imposanter Anblick,
den man von vielen Bildern her kennt, aber davor zu stehen ist dann doch etwas
Besonderes. Der Weg drum herum bietet vor der wechselnden Kulisse von Hafen und
City viele überraschende Ausblicke.
Unsere Wanderung ging dann zurück durch einen wunderschönen
Park mit riesigen Gummi- und Eukalyptusbäumen. Dann zur gegenüberliegenden
Hafenseite, wo wir dem Riesenschiff noch näherkamen und das See-Terminal sahen.
So wussten wir nun, wo wir nächste Woche hinmüssen, und dass wir unser Schiff
bequem mit der Trambahn erreichen werden.
Wir gingen weiter in Richtung der berühmten Harbour Bridge, eine
gewaltige Bogenbrücke aus Stahl, die seit fast 100 Jahren die Hafenzufahrt
überspannt. Man kann auch zu Fuß darüber gehen, was wir bestimmt noch einmal
machen wollen. Die Aussicht muss fantastisch sein. Auf keinen Fall werden wir
aber ganz oben auf den großen Bogen gehen, das kann man nämlich auch. Wir sahen
Gruppen von winzigen Manschgerln auf dem Bogen laufen.
Der Stadtteil heißt „The Rocks“ und wird als ältester Teil
der Stadt und sehenswert beschrieben. Er war nicht nur die Keimzelle der Stadt,
sondern auch die erste Siedlung des Kontinents. Ihren Namen verdankt sie dem
felsigen Untergrund. Dicht ans Wasser drängen sich hier alte Ziegelbauten aus
der Kolonialzeit. Wir fanden aber die zwei Sträßchen etwas enttäuschend und
kamen schließlich an der Ecke der Löwenbräu-Kneipe heraus, die wir schon tags
zuvor gemieden hatten.
So sind wir langsam wieder in Richtung Hotel gezogen, in der
Hoffnung, auf dem Weg dorthin ein nettes Lokal zu finden, was sich allerdings
als erfolglos herausstellte. Wir fanden ein sehr originelles Pub, das passend
zum nahen Ostern „The Rabbit Hole“ hieß und uns mit seiner Happy Hour bei einem
Pint of Bitter zur Erholung
willkommen war.
Auch der weitere Heimweg war kneipentechnisch erfolglos, so
dass wir uns schließlich in einem Supermarkt ein frisch gebratenes Hähnchen,
Salat und eine Sixpack Bier besorgten und es uns in unserem Wohnzimmer gemütlich
gemacht haben. Danach standen ja noch unsere
Schularbeiten an, nämlich die Fotos des Tages auswählen und hochladen. Es ist
nicht leicht, sich dabei auf wenige Fotos zu beschränken, die wir pro Tag dazu
auswählen wollen.