Ein Hyde Park nach Londoner Vorbild
Wie in London gibt es auch in
Sydney einen Hyde Park in zentraler Lage. Er ist wirklich einen
Besuch wert. Von unserem Hotel war es nur ein kurzer Weg. Zunächst eröffneten
sich weitläufige Wasserbecken, in deren Mitte eine kolossale Gedenkstätte für
die Gefallenen aller Kriege errichtet ist. Über das Common Wealth waren australische
Soldaten so ziemlich an allen Kriegen der Neuzeit beteiligt. Die Wände waren
mit schwarzen Fliesen bedeckt, jede mit dem Namen eines bekannten und
unbekannten Schlachtfeldes dieser Erde. Die Fliesen enthielten zugleich eine gläserne
Auswölbung mit einer Handvoll Erde vom jeweiligen Schlachtfeld. – Eine sehr
beeindruckende Art des Gedenkens.
Weiter ging unser Weg unter riesigen,
alten Gummibäumen zu den Hyde Park Barracks. Bis 1840
deportierte die britische Regierung Strafgefangene hierher. Sie mussten im
Straßenbau arbeiten, Wälder roden und Land für Ackerbau nutzbar machen. Um die
Häftlinge kontrollieren zu können, befahl der Gouverneur Macquarie 1819 den Bau
der Hide Park Barracks. Bis zu 1400 Strafgefangene waren
in dem dreistöckigen Backsteinbau eingepfercht. Wir sahen dort eine sehr
interessante Ausstellung über die Lebensbedingungen der damaligen Insassen,
audio-geführt, kostenlos und sogar in Deutsch.
Dann ging es im weiten Bogen
zurück in die Stadt. Hier besuchten wir
ein anderes Gebäude, wie es unterschiedlicher nicht sein kann: Das Queen Victoria
Building. Es wurde schon als schönstes Einkaufszentrum der Welt bezeichnet, -
das kann man nachempfinden. Neoromanische Bögen und mit Glasmalereien verzierte
Fenster kennzeichnen das äußerst elegante Gebäude. Errichtet wurde es während
der Rezession am Ende des 19. Jh., als Arbeitskräfte günstig waren. Fein
verziert sind die Kapitelle der Säulen, die Fußböden sind mit fantasievollen,
geometrischen Mosaiken bedeckt. Angesichts der Pracht rückt das luxuriöse
Angebot der Boutiquen, Shops und Kaffeehäuser auf den drei Geschossen fast ein wenig
in den Hintergrund. Eingekauft haben wir lieber nicht, denn die Reisekasse hat
ja noch einiges vor sich.
Auf dem Heimweg noch eine Einkehr bei
einem Thailänder und danach in einen Getränkeladen…