Der erste Seetag


Heute ist also der erste Seetag unserer Reise, das heißt, das Schiff legt nicht an, sondern fährt die ganze Nacht hindurch. Wir hatten seit heute Nacht ein wenig Seegang, aber das trübt nicht unser Wohlbefinden, und wir gewöhnen uns schnell daran, etwas breitbeiniger zu gehen. Unsere Luxua Suite liegt genau mittschiffs, so dass man hier bei Seegang kein Auf und Ab verspürt, wie am Bug oder Heck. Die Temperatur ist sommerlich angenehm, und auch nachts bleibt es auf dem Wasser so erstaunlich mild. Eine großartige Stimmung, wenn man spät nachts im Pyjama auf dem privaten Balkon sitzt und den Sternen- und Wolkenhimmel betrachtet, der über einem schwarzen Wasser mit Schaumkronen und der weißen Gischt vom Bug liegt – Den Pyjama könnten wir auch weglassen, denn nur der Mond kann auf den Balkon unserer Suite schauen.

Am Morgen ist Gundi erst einmal in einem der drei Pools schwimmen gewesen. Sie hatte um diese Zeit das (noch ziemlich kalte) Wasser ganz für sich allein. Danach ging es zum Frühstück in unser privilegiertes Restaurant. Wir taten uns nicht leicht, den Weg zum Heck zu finden. Wenn man in einem der Gänge unterwegs ist und nicht weiß, auf welcher Seite des Schiffes man sich befindet, weiß man auch nicht, ob man nach rechts oder links gehen muss, um ans Heck zu gelangen. Ein hilfreicher Stewart zeigte uns später, dass der wild gemusterte Teppichboden in den Gängen bei genauer Betrachtung an Steuerbord grüne und an Backbord rote Punkte eingewebt hat. Das hilft uns seitdem enorm.

Beim Frühstück im noblen Ambiente waren nur eine Handvoll Gäste, die von der gleichen Anzahl überfreundlicher Servicekräfte umsorgt wurden, wie wir es schon am ersten Abend erlebt hatten. Als wir zurück im Zimmer waren, hatte unser persönlicher Stewart bereits die Betten gemacht, - und unser Faulenzertag konnte beginnen.

Gundi suchte sich einen schattigen Liegestuhl auf Deck zum „Schlesen" (Gundis Ausdruck für schlafen und/oder lesen, und ich bezog mein neues „Pazifik-Büro“ auf unserem Balkon.

Abends ging es dann wieder in ein anderes, ebenso elegantes Restaurant zum Gourmet Essen. Und wieder genossen wir unsere privilegierte Buchungskategorie. Für uns gab es einen eigenen Eingang zum Restaurant. Wir wurden persönlich begrüßt und an den Tisch in einem separaten Teil des Lokals geführt, während die meisten anderen Gäste sich vorher anmelden mussten und dann lange auf einen Tisch warten mussten. Danach besuchten wir noch eine großartige Music Show in einem richtigen, großen Theater. Die rasante Show mit tollen Sängerinnen und Sängern und einem beachtlichen Orchester hat uns beiden sehr gefallen. Gundi machte noch eine Exkursion durch die Unterhaltungsszene und landete in einer Pianobar, mich zog es spät abends zu einem stillen Bierchen unter Steren auf das oberste Deck…