Ein zweiter Seetag


Ja, so ist das dann: man denkt, auf so einer Seereise habe man unendlich viel Zeit, und dann vertrödelt man die Tage mit lauter Faulenzen, Staunen, Essen, Trinken, und die Schularbeiten bleiben liegen! Auch auf das ausführliche Zeitungslesen brauchen wir nicht zu verzichten, weil wir schon seit geraumer Zeit die Süddeutsche im Online-Abo beziehen. So viel zu meinen Ausreden, denn ich bin mit meinen Berichten schon zwei Tage im Hintertreffen, und unsere treuen Follower werden sich schon wundern!

Wir sind immer noch beindruckt von der Größe und Eleganz des Schiffes. Es sind 3000 Passagiere und 1200 Serviceleuten an Bord, aber wir haben nicht das Gefühl, dass es zu voll ist. Es gibt so unglaublich viele kleine und große Rückzugsorte, wo sich die Leute wohlfühlen können, ob sie lieber Musik und Action mögen, in einem der drei Pools planschen, auf einer der ungezählten Sonnenliegen braten, an einer der geschätzt 10 Bars hocken, oder still mit Buch in einem schattigen Plätzchen sitzen.

Als wir unsere Reise planten, waren wir etwas unsicher, ob das Wetter im australischen Herbst für eine Seefahrt noch geeignet sei. Es war der richtige Zeitpunkt, es ist wie ein schöner Hochsommer. Selbst nachts ist es so warm auf dem Meer, dass wir die Klimaanlage abschalten und beide Balkontüren weit offenlassen können.

Na ja, wenn wir so durch die Bars und Restaurants gehen, müssen wir uns natürlich daran gewöhnen, dass wir uns in einem nobel geführten Altersheim befinden. Und wenn wir dann über die Sonnendecks schlendern, - nun ja, - dann haben sie halt ihre Badeanzüge an, oft in keckem Design und oft in dreistelligen Konfektionsgrößen. – Es ist ein amerikanisches Schiff! Dafür aber sind alle Leute sehr freundlich, zugewandt und angenehm. Das unterscheidet das Schiff sicherlich auf angenehme Weise von dem, was man so über andere Seefahrer wie z.B. Aida hört und liest.