Seetag
Während wir uns gestern Nachmittag noch von unserem Ausflug
in Cairns bei einem Bierchen an einer Poolbar erholten, merkten wir plötzlich,
dass das Schiff schon wieder aus dem Hafen fuhr. Es hatte ganz
unbemerkt von uns los gemacht, und es ging nun für drei Tage in Folge auf
See bis zu unserem nächsten Halt in Darwin.
Die Reise führt uns heute noch weiter nach Norden, entlang
dem Great Barrier Reef bis
zum nördlichsten Zipfel Australiens. Vom Reef sahen
wir eine ganze Reihe kleinster Inselchen und einige schöne Atolle, kreisrund und
mit türkisblauer Lagune im Inneren. Die Sicht war leider nicht sehr gut, es war
sehr dampfig und schwül, schwere Wolken hingen bis auf das Wasser, - und
plötzlich fing ein Regen an, so wie man sich einen tropischen Monsunregen
vorstellt. Es prasselte in schweren Tropfen. Es dürfte einige Aufregung
entstanden sein auf den oberen Sonnendecks. Unser Glück ist ein weit vorkragendes
Dach über dem Balkon, das man auf einigen Fotos
erkennt. Davor und darunter tobte es, aber wir standen im Trockenen. Die Sicht reichte
kaum bis aufs Wasser runter, und von der nicht mehr sichtbaren Brücke kamen
regelmäßige Signale mit dem Nebelhorn, dessen tiefes Röhren man im Magen spürte!
– Ein bisschen spooky war das Ganze schon. Aber bald
war es vorüber und es blieb genauso warm wie zuvor. Tag und Nacht sind es nun
28 Grad. Da muss nachts der Balkon zu sein und die Klimaanlage eingeschaltet
werden.
Apropos Magen: Sie haben bei ihrer stillen Ausfahrt aus
Cairns zum Glück nicht den Proviant vergessen. So gingen wir bald darauf wieder
in unser Nobelrestaurant und hatten ein very nice dinner in a pleasant company.
Danach gingen wir ins Theater zur Show einer Tina Turner Interpretin. Na ja, wenn man Tina Turner darstellt braucht man nicht nur eine Stimme, die dem Original nahekommt. Die hatte die Sängerin, aber beim Original waren eben auch Aussehen, Tanz und Klamotten ein Teil ihrer Shows, und da
waren bei der Interpretin trotz dreimaligem Dress-Wechsel große
Defizite zu erkennen. - Komisch, beim Johnny-Cash-Abend hat mich das nicht gestört,
der Sänger brauchte nur einen schwarzen Anzug, das wars. – Männer haben es doch
(manchmal) leichter.