Darwin


Heute früh um 7 Uhr haben wir in Darwin angelegt. Nun sind wir am ‚Top End', dem Beinamen dieser Stadt. Sie ist Hauptstadt des Northern Territory und entstand 1883 als dauerhafte Siedlung. Sie ist tatsächlich nach Charles Darwin benannt, der das Land 1836 besucht hatte.

Heute wird in ganz Australien der hohe Feiertag ANZAC-Day gefeiert, ein Gedenktag zu Ehren der in den Kriegen gefallenen Australier und Neuseeländer. Ganz früh wurde eine Gedenkfeier an Deck veranstaltet, und in der Stadt fand eine große Parade statt. Zum Schutz des britischen Commonwealth mussten die beiden Länder immer Soldaten stellen und waren damit an jedem Krieg der Neuzeit beteiligt. Besonders Darwin hatte im 2. Weltkrieg zu leiden. Als einzige Stadt Australiens wurde sie von den Japanern schwer bombardiert und nahezu ausgelöscht. Sie verlor die Hälfte seiner Einwohner. Eine zweite Tragödie erlebte die Stadt 1974 mit dem Taifun Tracy. Der machte die Stadt erneut vollständig kaputt, und die Einwohner verließen die Stadt. Heute sind es wieder 150.000. Entsprechend modern ist das heutige Stadtbild. Es bietet außer einigen alten Ruinen nichts historisch Gebliebenes, ist aber großzügig angelegt und macht mit den einzeln stehenden Bungalows, umgeben von Grünflächen, einen sehr amerikanischen Eindruck.

Nachdem wir vom Balkon aus das Andockmanöver beobachtet haben, ging es zum Frühstück und danach zogen wir los zu einem Spaziergang in die Stadt, wobei die 30 Grad Tagestemperatur schon erreicht waren. Zum Glück gab es aber schattige Wege. Ein Lift führte uns hinauf in die eigentliche Stadt. Wir gingen durch eine längere, überdachte Fußgänger Mall und wollten eigentlich in den sehr schön beschriebenen Botanischen Garten. Unser Stadtplänchen, das wir vom Schiff mitnahmen, war sehr schematisch und nicht maßstäblich, so dass sich der Fußmarsch in die Länge zog. Endlich tauchte viel Grün vor uns auf, aber es war erst der Golfplatz, den wir als graue Fläche in unserem Plan noch zu umrunden hatten.

Dann endlich waren wir da und wurden sehr belohnt. Eine großartige Anlage mit fantastischen Bäumen und Ausblicken. Einfach unglaublich, wenn man sich vorstellt, dass hier noch vor wenigen Wochen 40 Grad geherrscht hatte. Wir konnten uns nun wunderbar im Schatten erholen, - denn unser Abenteuer war noch nicht zu Ende!

Unser Plänchen half uns überhaupt nicht weiter, und auch die rare Beschilderung im weitläufigen Park verwirrte mehr als sie half. Wir folgten einem asphaltierten Weg, in der Hoffnung, dass der uns auf unseren Stadtplan zurückbrächte. Der ging aber plötzlich abwärts und führte durch ein kleines, sumpfiges Bachbett. Keine Chance mit Schuhen weiterzukommen, aber barfuß durchzuwaten schien auch keine Option. Also zurück bis wir ein Brückchen fanden, wir kamen, wie erwartet, an eine große Straße, wir befanden uns aber auf der falschen Seite des Gartens, weit ab von der Stadt. Wir fanden eine Bushaltestelle, und Gundi fragte einen Jogger und erfuhr, mit welcher Linie und vor allem in welche Richtung wir fahren sollten.

Der Bus kam, wir stiegen ein, und ich hatte schon 10 Dollar in der Hand, als uns der Fahrer erklärte, dass der ÖPNV hier generell kostenlos sei. Das ist doch was! Auch die Tatsache, dass in der ganzen Stadt ein kostenlses W-Lan zur Verfügung steht, is erstaunlich.

Wir fanden etwas erschöpft zum Schiff, - einmal duschen, etwas ausruhen, denn der nächste Event wartete schon: Wir waren als Suite-Passenger zu einem Sun-Downer auf ein besonderes Deck am Bug eingeladen. Lecker Trinken, lecker Häppchen und Smalltalk mit vielen Offizieren des Schiffs, (Damen und Herren in schicken Uniformen).

Danach noch schöne Fotos beim Sonnenuntergang, Dinner und ins Bettchen (Cuno) bzw. zu einer Zaubershow ins Theater (Gundi)
Um halb zehn stachen wir wieder in See...