Exmouth
Heute war
Landgang in Exmouth angesagt. Wir wurden früh wach wegen ungewöhnlicher
Geräusche, die über
unsere offene Balkontür heraufkamen und sahen bald, dass schon eine Reihe von Booten
um das Schiff herumdümpelten. Unser Schiff lag nämlich auf Reede, d.h. es
ankerte in einigem Abstand vor der Küste, weil es zu groß ist, um in den
kleinen Hafen zu fahren. Der Landgang erfolgte über einen Pendelverkehr mit den
sechs Tenderbooten, die vom Schiff zu Wasser gelassen wurden. Sie sahen von
oben winzig aus, und doch waren es ausgewachsene Boote für jeweils 150 Personen,
wie wir bald feststellen konnten.
Wir
brauchten nicht in der Schlange zu stehen, um ein Boot zu besteigen, sondern durften
in einem Restaurant warteten, bis wir zu einer Gangway gehen konnten. Das
verschaffte uns genügend Zeit für ein ordentliches Frühstück. Wir nahmen auf
einem kleinen Oberdeck Platz. Die Brise war sehr willkommen, denn es war schon
gut 30 Grad heiß. Die Überfahrt dauerte knapp 20 Minuten. Beim Anlegen war aber
fast nichts von der Stadt zu sehen. Es standen klimatisierte Busse bereit, die in
einer Rundtour zwischen Stadt und Pier pendelten.
Was man auf
der Fahrt von der Stadt sah, waren einfache Bungalows auf Stelzen in einer
braunen, struppigen Landschaft, dazwischen ein paar flache Industriebauten. Wir
fragten uns, was wir hier sollten. Die Stadt ist aus einer Militärbasis
entstanden, und das glaubt man sofort. Der zweite Halt war dann die „Innenstadt“.
Es war eine etwa 500m lange Mall, die teils schattig überdacht und begrünt war.
Hier waren alle Geschäfte untergebracht. Beim Anblick der vielen Offroaders auf
dem Parkplatz konnten wir erahnen, welche Entfernungen und was für Straßen jemand
zurückzulegen hat, der morgens seine Semmeln holen will. Jetzt war die „Stadt“
übersäht mit Rentnern vom Schiff. Lustig fanden wir es, dass hier, statt der allgegenwärtigen,
lästigen Stadttauben eine große Zahl von weißen Papageien ihre Auftritte hatten;
auch lästig, weil ständig kreischend, aber viel schöner!
Nach etwa
einer halben Stunde langweiliger Hitze beschlossen wir, einen der Busse zu besteigen,
um zurück aufs Schiff zu gehen. Die Idee hatten wohl die meisten von uns, denn
wir fanden uns am Ende einer langen Schlange, die auf das nächst Boot warteten.
Es war inzwischen sicherlich über 30 Grad und nicht der geringste Schatten
vorhanden. Das war eine Herausforderung! Zum Glück waren auch hier freundliche
Helfer vom Schiff abkommandiert, die Wasser, Sonnenschirme und eiskalte Face-Towels verteilten. Dann gings endlich mit frischer Brise
zurück zum Schiff, und im Fahrstuhl hinauf auf Deck an einen schattigen
Barhocker…
Nach kurzer
Erholung waren wir bald wieder bereit zum Dinner mit anschließender Show im
Theater.