Ausflug zu den Pinnacles


Wir waren zu der Überzeugung gelangt, dass es doch das Einfachste sei, mit dem Taxi zu unserem Treffpunkt für die heutige Tour zu fahren. Wir sollten um 2 Uhr dort sein, wir fuhren aber schon morgens los, weil die Gegend am Swan River sicherlich schön zum Bummeln sein würde. Und das war sie auch. Von einem riesigen, modernen Baukomplex, der ein Spielkasino, sowie ein Vier- als auch Sechs(!)Sterne Hotel enthält, ging eine wunderbar angelegte und gepflegte Parklandschaft aus. Wir gingen ein gutes Stück entlang dem Swan River auf und ab: Parkflächen mit mächtigen Bäumen, breiten Fuß- und Radwegen, Spielplätzen, Grillplätzen folgen dem natürlichen Uferverlauf des Flusses. Der Fluss hieß früher „Black Swan River“, denn hier liegt das weltweit einzige, natürliche Vorkommen schwarze Schwäne.

Dann wurde es Zeit, sich zum Treffpunkt zu begeben. Außer uns war auch kurz vor dem Termin niemend zu sehen, und es wurde uns etwas mulmig. Dann kam der Bus. Wir waren erleichtert, ihn zu sehen und mehr noch, als wir hinter den dunklen Scheiben schon weitere Fahrgäste erkannten. Es fuhren dann etwa 30 Leute mit Fahrer und einem Reiseführer, nein Conférencier, auf der Küstenautobahn in Richtung Norden. In den Yanchep National Park. Über einen Steg gelangten wir zu einem Freilandgehege mit Koalas. Die hatten wir allerdings im Zoo von Sydney schon besser gesehen. Schön war es dann, als wir über weite Wiesen hinweg zu einer Gruppe von Kängurus kamen, die dort um uns herum hoppelten.

Dann fuhr uns der Bus weiter zur Pinnacle Wüste. Da konnten wir uns nichts drunter vorstellen, wurden aber durch eine magische Landschaft im Abendlich überrascht. Hier stehen in allen Größen spitze Sandsteintürme auf senffarbenem Wüstenboden. Sie sind Relikte von uralten, versteinerten Dünen, die seit Jahrtausenden durch neuen Sand verschüttet wurden. Diese neueren Schichten sind wiederum durch Wind und Erosion abgetragen, so dass die alten wieder frei wurden und ihrerseits zu schmalen Türmen erodiert sind. Wir wurden gewarnt, unbedingt auf demselben Weg zurückzukommen, der durch besondere Ständer mit aufgemalten Emu Fußabdrücken markiert ist. Es war schon nach 5 Uhr, was ein schönes Licht zum Fotografieren bot. Aber um 6 sollte von dort ein einmaliger Sonnenuntergang zu sehen sein, und danach würde es sehr schnell sehr dunkel. Der Sonnenuntergang war allerdings nicht überragend, weil am Meereshorizont eine dichte Wolkenbank lag. Da hatten wir vom Schiff schon schönere Himmel gesehen!

Apropos Emu! Wir waren im letzten Licht schon auf dem Weg zum Bus, als Gundi zwischen den Pinnacles einen Emu entlang spazieren sah. Nur wenige andere Besucher hatten ihn auch gesehen, und so pirschte ich dem großen Vogel hinterher. Es gelang mir, ein paar schöne Fotos von ihm zu machen, während Gundi hinter uns Emu mit Cuno fotografieren konnte.

Tatsächlich haben alle den Bus wiedergefunden, und es ging weiter zum Dinner in ein kleines Städtchen namens Cervantes, genannt nach einem berühmten spanischen Schiffswrack, das den Namen des Autors von Don Quichote trug. Das war ein uriges Ausflugslokal, das gewiss nicht den ersten Reisebus gesehen hat, aber sehenswert war. Die Fish&Chips waren großartig, und das Bier lecker. Wir hatten eine junge Bedienung, die uns ‚Guten Appetit‘ wünschte. Sie war Deutsche und der Liebe wegen von Gelsenkirchen hierher ausgewandert.

Danach gings beim Heimweg nochmal zu den Pinnacles, dieses Mal sollte es zum Stargazing (Sterne gucken) ohne jede Lichtpollution gehen. Aber inzwischen hatten die Wolken fast den ganzen Himmel bedeckt und der Halbmond war eigentlich zu hell. So war auch das zweite Himmelserlebnis leider suboptimal.

Dann gings zurück nach Perth, wo wir beide trotz rasanter Fahrt, im Bus einschliefen. Dann nochmal Taxi nach Fremantle und um Mitternacht zu Hause, ein Absacker und ins Bett.