Ausflug in Broken Hill


Wieder wachten wir aufan einem abgelegenen Bahnsteig, und wieder sahen wir eine Phalanx von Bussen breitstehen. Wo die nur alle herkamen in dieser Wildnis? Wir waren in Broken Hill angekommen, einem ehemaligen Bergbaustädtchen rund um eine Silbermine, die aber heute keine Bedeutung mehr hat. Heute ist es ein Zentrum für Lebens- und andere Künstler geworden. Dieser Teil der Wüste lag vor Millionen von Jahren unter einem Meer, und so ist auch heute der Salzgehalt im Boden so hoch, dass nichts wächst außer einem besonderen Gestrüpp, dem essbaren Salt Bush. Davon später mehr.

Es ging heute wieder früh los, dieses Mal aber nach einem prächtigen Frühstück im Speisewagen. Die Fahrt ging durch den Ort und hinaus in die Wildnis. Am Parkplatz angekommen gingen wir mit einigen Leuten einen angrenzenden Hügel auf markiertem Weg hinauf. Der Rest konnte auch außen herum mit dem Bus hoch fahren. Der Hügel sah eigentlich nicht hoch aus, der Weg zog sich aber doch gute 40 Minuten lang. (Mir hat’s gereicht!) Oben auf einem Parkplatz angekommen hatten wir eine herrliche Aussicht in eine grenzenlose Landschaft. Alle Busse waren auch da, was mich beruhigte, so brauchten wir nicht wieder den ganzen Weg hinablaufen. Mit dem Bus waren auch einige Serviceleute mitgekommen, die bereits Tische mit Obst und Erfrischungsgetränken (und natürlich auch Sekt für Gundi) aufgestellt hatten. Nach dieser kleinen Stärkung ging es noch einmal weiter hinauf auf ein Plateau mit Felsen und Wiese. Hier standen, eindrucksvoll positioniert, eine große Zahl interessanter Skulpturen. Diese wurden von weltweit angereisten Bildhauern während eines Symposium in Broken Hill geschaffen. In unterschiedlichsten Motiven und Größen vereinte alle nur Eines: Das Material. Alles war aus dem gelben, grob gewachsenen Sandstein des ehemaligen Meeres gehauen. Das anzusehen, zumal im flachen Morgenlicht, hat uns sehr beindruckt.

Danach gings in die Busse zu einem Lokal in der Stadt, dem „Old Salt Bush“. Das war nicht nur Name, sondern zugleich Programm. Die engagierte Chefin des Hauses beschrieb uns in einer emotionalen Rede ihre Mission. . Ihr Ziel ist es, Gewürze dieser Region die schon die Aborigines kanntenwieder populär zu machen. Besonders aber den Salt Bush wieder in die heutige Küche zurückzubringen. Er wird fein gemahlen und gibt einen salzigen, sehr aromatischen Geschmack. Hier werden weit über die lokalen Grenzen hinweg Kochseminare gegeben. Wir erhielten Kostproben von allen Gewürzen, die, wenn nicht salzig doch ganz schön nach Wildnis schmeckten. Dann gab es auch ein Mittagessen, zubereitet unter diesen Premissen. Na ja, hat trotzdem gut geschmeckt!

Die Busse brachten uns danach in weiterer Besichtigungsfahrt zurück zum Zug, wo wir gemütlich im Klubsessel bei einem Cocktail auf die vorbeiziehende Landschaft schauten, die nun immer hügeliger wurde, so dass unsere Lok erstmalig Verstärkung durch eine Vorspannlok erhielt.

Es war unser letzter Abend im Zug, und das Abschieds-Dinner war wieder grandios. Danach gings nochmal kurz in den Salonwagen, dann aber bald in unsere Kabine. Wir mussten nämlich noch unseren Koffer packen, weil dazu am nächsten Tag keine Zeit mehr sein würde, denn es stand noch ein letztes Highlight auf dem Programm…