…in die blauen Berge fahren wir…


Unser Koffer ist gepackt und macht sich in der Kabine wieder breit. Er wird mit unseren zwei anderen im Gepäckwagen ohne uns nach Sydney reisen, denn wir werden nach dem Frühstück den Zug verlassen und nicht zurückkehren. Es geht auf eine Tagesexkursion in die Blue Mountains. Und abends fährt uns ein Sonderzug nach Sydney, wo wir unsere Koffer (hoffentlich) wiedersehen werden.

Der Bus fährt uns tief in die Berge. Wir erleben eine Monumentale Bergwelt aus gelbem Sandstein eingebettet in dichtem Regenwald. Diese Landschaft gehört zum World Heritage, und ist wirklich einmalig. Und ja, über den Wäldern im Tal liegt tatsächlich ein bläulicher Schimmer. Man sagt es seien die ätherischen Dämpfe der viele Eukalyptus Bäume.

Wir wundern uns, dass uns der Bus an einer normalen Wohnstraße entlässt. Wir gehen ein paar Stufen hinauf und sind in einem großen Empfangsgebäude vom harme einer Einkaufsmall mit Essbereichen und Souvenir- Ständen. Man fragt sich, was man hier eigentlich soll, und noch ein paar Schritte hinter dem Ausgang bleibt uns fast das Herz stehen. Was aussieht wie eine große Fototapete ist real. Wir blicken in eine tiefe, grüne Schlucht mit Felsen und Wasserfällen. Wir besteigen eine horizontal fahrende Seilbahngondel, genannt Skyway, die uns über diese grünr Schlucht auf das gegenüberliegende Plateau bringt. Die Rundumsicht ist atemberaubend! Von hier aus sehen wir schon die berühmten „Three Sisters“, drei freistehende Sandsteintürme am Rande der Schlucht. Ein weiter Blick eröffnet sich in eine Art Canyon. Unten tiefes, geschlossenes Grün und oben ringsherum ein Felsplateau aus gelbem Sandstein. Kaum hat man diesen 360 Grad Anblick auseichend bewundert, geht es von einer Terrasse aus zu einer Bergbahn, die uns steil nach unten auf die Talsohle bringt. Es ist eine Seilbahn auf Schienen, die, (Achtung Weltrekord) = mit 52 Grad, 128% Gefälle die steilste Personen Seilbahn der Welt ist. Historisch war es eine Bahn, die die Bergleute zu ihrem Kohleschacht tief unten auf die Talsohle brachte.

Unten angekommen, gingen wir auf einem Board Walk durch den Regenwald. Leider wussten wir nicht, dass der recht kurz war, und so konnten wir unsere Zeit schlecht einteilen. Es gab nämlich sehr viel zu sehen und auch auf Schautafeln zu lesen, da hätten wir uns gerne etwas mehr Zeit gelassen. Der Weg endete schließlich an der Talstation, einer Seilbahn, die uns wieder nach oben auf die Terrasse brachte. Zurück ging es wieder mit dem Skyway über die Schlucht.

Wir hatten noch Zeit, auch hier oben noch ein wenig zu gehen und die fantastischen Ausblicke zu genießen. Der Bus brachte uns zu einem Restaurant, wo wir ein spätes Mittagessen bekamen und dann später zu einem Bahnhof. Hier kam bald unser Sonderzug nach Sydney, wo wir am Abend eintrafen. Alle drei Koffer warteten schon auf uns.

Unser Hotel für die letzte Nacht in Sydney war nicht weit, und so rollerten wir unser Gepäck über ein paar Straßen zu unserem Hotel. Während sich Gundi der Anziehungskraft des Hotelschwimmbades nicht entziehen konnte, saß ich am eleganten Hotelschreibtisch, futterte eine Packung Erdnüsse aus der Minibar für 8 Dollar und schrieb ein wenig an meinen Berichten, die etwas vernachlässigt waren.